„Gib dem Vati mal ne Ananas, aber ne jelbe“

„Gib dem Vati mal ne Ananas, aber ne jelbe“

Ja, unsere Unterkunft ist schön, ich berichtete bereits. Beim Hotel Impiana Resort Chaweng Noi handelt es sich um eine noble Bleibe. Es mangelt an nichts. Mit dem was sich hier teilweise unter die zahlreichen, angenehmen Urlauber gemischt hat, hätten wir allerdings nicht gerechnet. Einige Menschen, die sich hier zur Ferienzeit eingefunden haben, sind -sagen wir mal- gewöhnungsbedürftig… . Wo fange ich denn an Euch von unseren vielen, lustigen Beobachtungen zu berichten?

Vielleicht grundsätzlich damit, dass hier im Hotel ganz selbstverständlich deutsch gesprochen wird. Während wir bisher immer froh waren, uns mit der englischen Sprache verständigen zu können, setzen die Gäste hier voraus, dass man deutsch spricht. Wir müssen uns also wieder daran gewöhnen, dass wir verstanden werden. Bislang haben wir uns „geheime Botschaften“ auf deutsch mitgeteilt und wussten, dass uns keiner verstehen wird. Das geht jetzt gar nicht mehr. Das Hotel ist in deutscher Hand – Schade eigentlich.

Lässt man beim Frühstücksbuffet mal die Blicke schweifen beobachtet man das, was man in gut recherchierten RTL-Reportagen so zu sehen bekommt: Da wären zum Beispiel die übervollen Teller. Man könnte meinen es wäre ein Wettbewerb und der am höchsten gestapelte Teller mit dem meisten Gewicht bekommt einen Preis. Schlimm zu sehen, dass vieles, was so mühsam aufgestapelt wurde, dann auch auf dem Teller liegen bleibt. Aber Nachhaltigkeit und Essensverschwendung ist noch ein ganz anderes Thema. Mache ich weiter mit einer anderen Spezies Menschen, die uns hier begegnet. Neben den „Essensstaplern“ beobachten wir noch die Ehepaare älteren Semesters. Die, die sich gegenseitig mit „Mutti“ und „Vati“ ansprechen. Die sich schweigend gegenübersitzen, unaufgeregt ihre Teller leer futtern und den Eindruck machen, als hätten sie sich in ihrem Leben schon alles erzählt und selbst das Frühstück am Strand Chaweng Noi auf Koh Samui sie nicht von dieser Gewohnheit befreien kann. Ob wir es rechtzeitig erkennen, wenn sich dieser Trott bei uns einschleicht? Oder ob wir auch in ein paar Jahren, wenn die Kinder vielleicht alleine mit dem Rucksack durch die Welt ziehen, genauso bei einem Frühstücksbuffet sitzen werden…?

Dann sind da noch die freizügig bekleideten Damen. Da wäre zum Beispiel die eine Dame, die sich ihren überaus üppigen Vorbau so hoch geschnürt hat, dass ich jedes Mal wenn sie sich über das Buffet beugt Sorge habe, ihre Auslage springt aus dem außerordentlich knappen Bikinioberteil. Bleibt die Frage, ob ein Bikinioberteil, die angemessene Kleidung für das Frühstücksbuffet ist. Klar, es ist brutal heiß, auch schon morgens um 8 Uhr, dennoch wäre es bestimmt schicklich, etwas mehr „drüber“ zu tragen. Aber wie sagt man: „Jeder Jeck ist anders“ – „Levve und levve losse“.

Oberkörperfrei frühstückende Herren haben wir, Gott sei Dank, noch nicht gesichtet. Ebenso auch noch keine Socken in den Sandalen. Wir werden Ausschau halten und ggf. wieder berichten.

Nicht vergessen möchte ich die Fraktion der „Pool- und Strandliegenreservierer“. Es gibt tatsächlich Menschen, die in der Nacht aufstehen, um sich Liegen am Strand oder am Pool zu reservieren. Besonders aufgefallen ist uns hier ein ganz süßes Pärchen. Die zwei Jungs legen bereits abends ihre Handtücher auf immer dieselben Liegen. Wir vermuten, dass ihr Urlaubstag definitiv gelaufen wäre, wenn sie an einem Tag mal nicht „ihre“ Liegen besetzen könnten. So sind die Liegen circa 12 Stunden reserviert, von denen die beiden sie vielleicht maximal 3 Stunden nutzen. Die übrige Zeit sind sie also mit deren Handtüchern dekoriert und somit für die anderen Gäste tabu.

Diese drei Stunden, die die zwei Mausebärchen auf „ihren“ Liegen lümmeln, achten sie bedachtsam darauf, dass kein Tröpfchen Wasser sie pitschepatsche nass macht. Vom Beckenrand springende Kinder sind ein schändliches Ärgernis und gehören verboten. So ein Pech für die beiden, dass sie in ihrem Urlaub ausgerechnet auf unsere Kinder treffen.

Nie wollte ich die Ferien in einem Hotel mit „Essensstaplern“ und „Liegenreservierern“ verbringen. Aber ich vermute, dass ganz gleich an welchem Fleck auf der Erde man sich befindet, es überall Menschen von der ein oder anderen Spezies geben wird. Hier treffen wir nun auf viele, die sich gleichzeitig an diesem Ort aufhalten. Das macht es so amüsant.

Verlassen wir aber unser Hotel und düsen wir wieder auf unserem „elsablauen“ Blitz durch die Gegend, genießen wir das Land und die Leute und sind zumindest gedanklich, weit, weit weg von all den Menschen im Hotel, die eine ganz anderes Art von Urlaub genießen.

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