Luxuskids!

Luxuskids!

„Papa, ich gehe erst in den Pool und dann zur Massage“. Was unsere Kinder im Urlaub erleben, müssen wir Erwachsene so manches Mal Revue passieren lassen. Dabei denken wir dann an unsere eigene Kindheit und sind mitunter nahezu fassungslos. Die kleinen Mäuse genießen Massagen, fahren Jetski, plantschen im Pool und genießen nebenbei köstliche Smoothies, sitzen im Restaurant am eigenen Tisch, winken mit einer liebenswürdigen Selbstverständlichkeit den Keller mit herbei und bestellen dann mit ihren im Urlaub erworbenen Englischkenntnissen Cola mit Eis, Fruchtshakes, Pommes mit Ketchup und Majo oder Fried Rice – was immer das Kinderherz begehrt. Sind sie satt und zufrieden stehen sie auf und zeigen auf den Tisch mit den Eltern, was bedeutet, dass diese Erwachsenen dort die Rechnung der kleinen Kindersause übernehmen werden. Irgendwie ein amüsantes Bild. Wir Großen sind dann hin und hergerissen zwischen der Selbstständigkeit dieser kleinen Menschen und der Selbstverständlichkeit, mit der sie all das annehmen. Ist es das richtige Zeichen für die Zukunft oder müssen wir Einhalt gebieten? Wir können uns, wenn wir an die Urlaube, die wir als Kinder erlebt haben denken, weder an Massagen oder Fruchtshakes am Pool, noch an Luxus Jetski erinnern. Wenn wir brav waren, gab es vielleicht mal ein Eis.

Aber nur weil wir es vor langer Zeit anders erlebt haben, muss es ja nicht falsch sein, dass unsere Kinder so etwas genießen. Vor kurzem habe ich dazu einen Satz gelesen, der es auf den Punkt bringt: „Reisen ist die beste Universität der Welt“. Zwar sind die kleinen Mäuse vom Besuch einer Universität weit entfernt und nur der liebe Gott weiß, ob sie überhaupt einmal diesen Weg einschlagen werden, dennoch merken wir, dass die Kinder erkennen, dass es andere Lebensweisen gibt, als die, die sie bisher kennen. Ihnen wird bewusst, dass Menschen anders aussehen und anders sprechen, dass es in den Supermärkten andere Dinge zu kaufen gibt, dass es Menschen und Kinder gibt, die sehr viel weniger haben, dass es andere Kulturen gibt, die andere Religionen haben, dass andere Länder anders riechen und sich anders anfühlen, dass es anderes Essen gibt und das Essen anders schmeckt, dass es anderes Geld gibt und dass man mit einem Schein auf dem eine 1000 steht, hier nicht sehr viel kaufen kann.

Hören wir also morgen wieder den Satz „Papa, ich gehe erst in den Pool und dann zur Massage“, schmunzeln wir weiterhin und genießen den Anblick, wie unsere Kinder mit der traditionellen Thai-Massage verwöhnt werden. Immerhin verbringen sie dort eine ganze Stunde ohne sich einmal zu bewegen. Sie werden mit Öl oder Aloevera behandelt, geknetet, gebogen, gezogen und sehen dabei total entspannt aus. Diese 60 Minuten Thai-Massage kostet uns umgerechnet 7 Euro pro Kind – das sind sie uns doch wert.

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